Am 10. März 1951 gründeten engagierte Gartenstädterinnen und Gartenstädter ihren Bürgerverein. Sein Auftrag ist bis heute derselbe: Mittler zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung zu sein, das Zusammenleben zu fördern und die Entwicklung der Gartenstadt aktiv mitzugestalten.

Gründer und erster Vorsitzender
Josef Dennstädt
Josef Dennstädt gründete den Bürgerverein am 10. März 1951. Bereits bei der Gründungsversammlung traten 58 Gartenstädter dem neuen Verein bei. Er verstand den Bürgerverein von Beginn an als starke Verbindung zwischen Bevölkerung und Stadtverwaltung.
Prägende Leistungen
- Einsatz für den Siedlungscharakter der Gartenstadt und eine aufgelockerte Bebauung
- Initiativen für preisgünstiges Bauland, bessere Busverbindungen, eine Polizeistation und ein öffentliches Telefon
- Freigabe eines Teils der Breitenau als Sportplatz für den TSV Eintracht
- Mehr Sicherheit durch Straßenbeleuchtung und die Instandsetzung von Gehwegen
- Umbenennung der Spinnseyerschule in Kunigundenschule sowie Unterstützung mit Schulfunkanlage und öffentlicher Uhr
- Errichtung der Kunigundenstatue mit Brunnen und Pflanzung der Feierabendlinde
- Feste, Tanz- und Heimatabende zur Stärkung von Gemeinschaft und Zusammenhalt
Mit Josef Dennstädt entstand die Grundidee, die den Bürgerverein bis heute trägt: gemeinsam Verantwortung für die Gartenstadt zu übernehmen.

Gestalter von Markt, Kultur und Gemeinschaft
Hans Morper
Hans Morper gehörte zu den Gründungsmitgliedern und unterstützte Josef Dennstädt zunächst als zweiter Vorsitzender. 1959 übernahm er die Führung des Vereins. Als Journalist, Mundartdichter und leidenschaftlicher Gartenstädter verband er kommunalpolitischen Einfluss mit kultureller Gestaltungskraft.
Prägende Leistungen
- Weiterentwicklung der Siedlung und besondere Prägung des Gartenstädter Marktes
- Initiative für den großzügig angelegten Delphinbrunnen gemeinsam mit dem Bildhauer Robert Bauer-Haderlein
- Schutzmantel-Kunigundenstatue für die Kirche sowie Sonnenuhr mit Figuren der Lebensalter am Haus der Begegnung
- Einführung unterhaltsamer und lehrreicher Lichtbildervorträge der Volkshochschule im Kunigundensaal
- Stärkung von Johannifeier und Gartenstädter Kirchweih mit sozialer Verwendung der Reinerlöse
- Gründung der Singgemeinschaft Gartenstadt Ende der 1950er-Jahre
- Überregionale Anerkennung seines Einsatzes durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes
Hans Morper wurde als „Bürgermeister der Gartenstadt“ gewürdigt. 1981 ernannte ihn der Verein zum Ehrenvorsitzenden; die Hans-Morper-Straße und ein Gedenkstein am Markt erinnern an sein Wirken.

Fürsprecher für Lärmschutz und Lebensqualität
Kurt Seelmann
Der gebürtige Gartenstädter Kurt Seelmann hatte bereits als Stellvertreter großen Anteil an den Leistungen seines Vorgängers. 1981 übernahm er den Vorsitz und setzte sich mit technischem Sachverstand und großem persönlichem Einsatz für die Lebensqualität im Stadtteil ein.
Prägende Leistungen
- Entschiedenes Eintreten für den Lärmschutz am Berliner Ring
- Stele am Eingang der Gartenstadt mit Motiven aus der Geschichte der Siedlung
- Lärmschutzvereinbarung mit der Stadt bei der Verlegung des Plärrers auf die Breitenau
- Kinder- und Jugendlichentrimmpfad im Stadtwald hinter den Greiffwerken
- Befestigung eines Teilstücks des Wanderwegs in Richtung Schloss Seehof
- Rund 2.300 Unterschriften gegen die drohende Sperrung der Zollnerunterführung im Jahr 1994
- Neue Vereinssatzung sowie langjährige Organisation von Johannifeier und Kirchweih
Mehr als drei Jahrzehnte wirkte Kurt Seelmann an führender Stelle ehrenamtlich für den Bürgerverein und die Gartenstadt.

Tradition, Beteiligung und soziale Verantwortung
Matthias Neller
Am 19. Mai 1999 wurde Matthias Neller zum Vorsitzenden gewählt. Gemeinsam mit seinem Bruder und Stellvertreter Peter Neller entwickelte er die traditionsreichen Veranstaltungen weiter und verband die Interessenvertretung des Stadtteils mit konkreten sozialen, kulturellen und infrastrukturellen Projekten.
Prägende Leistungen
- Weiterentwicklung von Johannifeier, Faschingszug und Gartenstädter Kirchweih zu festen Höhepunkten des Stadtteillebens
- Engagement für die Generalsanierung des Kindergartens St. Kunigund und die Beschaffung notwendiger Finanzmittel
- Ballspielplatz hinter der Greiffenbergstraße und Sanierung der Spielplätze am Farnweg, Wacholderweg und Spinnseyer
- Verbesserungen an der Kunigundenschule, darunter Rauchschutztüren, Eingangsbereich und Beleuchtung
- Kauf und Umbau einer ehemaligen Telefonzelle zum ersten offenen Bücherschrank im öffentlichen Raum Bambergs im Jahr 2016
- Neue Beteiligungs- und Veranstaltungsformate wie Bürgergespräche und Hof- und Garagenflohmarkt
- Modernisierung und Erweiterung der Jubiläumskirchweih zum 75-jährigen Vereinsbestehen im Jahr 2026
- Fortlaufende Unterstützung sozialer Einrichtungen, der Jugendarbeit und gemeinschaftlicher Projekte in der Gartenstadt
Unter seinem Vorsitz verbindet der Bürgerverein seine gewachsenen Traditionen mit neuen Ideen, direkter Bürgerbeteiligung und einer zeitgemäßen Kommunikation.
Die historischen Darstellungen beruhen auf der Festschrift zum 50-jährigen Vereinsjubiläum aus dem Jahr 2001, verfasst von Alois Stöhr. Für Hans Morper wurde der 2025 von Bernhard Morper geprüfte und überarbeitete Text verwendet. Die jüngere Vereinsgeschichte wurde bis zum Jubiläumsjahr 2026 ergänzt.

